Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) sind weit verbreitet und betreffen Menschen auf der ganzen Welt. Dennoch schämen sich viele Menschen weiterhin dafür, ihren STI-Status mit aktuellen oder potenziellen Sexualpartnern zu besprechen, auf STIs getestet zu werden oder positiv auf eine STI getestet zu werden. Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass eine sexuell übertragbare Krankheit kein negatives Spiegelbild Ihres Charakters ist und dass viele sexuell übertragbare Krankheiten heilbar sind. Dennoch ist es ein wichtiger und notwendiger Schritt, sich Ihres STI-Status und des Ihrer Sexualpartner bewusst zu sein, um die Ausbreitung von STIs zu verhindern, sichere, fundierte Entscheidungen zu treffen und Ihre sexuelle und allgemeine Gesundheit zu erhalten.

Auf welche STIs sollte ich mich testen lassen?

  • Alle sexuell aktiven Personen sollten mindestens einmal auf HIV getestet werden.
  • Chlamydien, Gonorrhoe, Trichomoniasis und Syphilis sind häufige STIs, auf die sexuell aktive Menschen getestet werden können. Sie können normalerweise mit Antibiotika geheilt werden, aber sie können zu anderen Gesundheitsproblemen führen, wenn sie unbehandelt bleiben.
  • Patienten mit Genitalgeschwüren, Wunden oder Warzen können auf Herpes oder HPV getestet werden. HPV-Tests sind Teil der routinemäßigen gynäkologischen Vorsorgeuntersuchung auf Gebärmutterhalskrebs.
  • Abhängig von Ihren spezifischen Umständen kann Ihr Arzt auch ein Screening auf Hepatitis B und/oder Hepatitis C vorschlagen.

Wie oft sollte ich mich testen lassen?

Die meisten medizinischen Richtlinien empfehlen, sich auf STIs testen zu lassen, wenn Sie einen neuen Sexualpartner haben oder wenn Sie Symptome entwickeln, und bitten Sie Ihre Partner, dasselbe zu tun. Menschen mit mehreren Sexualpartnern sollten erwägen, sich alle 6 Monate auf STIs testen zu lassen.

Zusätzlich zu diesen Standardrichtlinien wird Personen mit erhöhtem HIV-Risiko (einschließlich Personen, die sich Drogeninjektionsgeräte teilen, und Männern, die Sex mit Männern haben) empfohlen, sich mindestens einmal im Jahr auf HIV testen zu lassen. Männer, die Sex mit Männern haben und mehrere Partner oder anonyme Partner haben, sollten häufiger (z. B. alle 3 bis 6 Monate) auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Tripper getestet werden.

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Sexuell aktive Frauen mit mehreren Partnern sollten mindestens einmal im Jahr auf Gonorrhoe und Chlamydien getestet werden. Es ist auch eine gute Idee für Frauen, sich auf Gonorrhoe und Chlamydien testen zu lassen, wenn sie einen neuen Sexualpartner haben.

Schließlich können Gesundheitsdienstleister empfehlen, dass schwangere Frauen früh in ihrer Schwangerschaft auf Syphilis, HIV, Hepatitis B und Hepatitis C getestet werden, um mögliche Komplikationen vorherzusehen und zu vermeiden.

Was sind einige andere Überlegungen für STI-Tests?

Viele STIs sind asymptomatisch, was bedeutet, dass sie keine Symptome zeigen. Wenn sie jedoch unbehandelt bleiben, können sie zu Komplikationen oder anderen Zuständen wie Unfruchtbarkeit, Schwangerschaftskomplikationen, Krebs und/oder erhöhtem HIV-Risiko beitragen. Aus diesem Grund ist es eine gute Idee für Sexualpartner, sich auf STIs testen zu lassen, bevor sie zum ersten Mal sexuell aktiv sind oder wenn mindestens eine Person mehrere Sexualpartner hat, auch wenn sie keine Symptome zeigen.

STIs sind in der Regel nicht sofort durch Tests nachweisbar, daher kann es notwendig sein, einen bestimmten Zeitraum zu warten, um nach dem Kontakt mit einer STI einen positiven Test zu haben. Unabhängig davon, wenn Sie ungeschützten Sex mit einem hohen Risiko hatten, einer STI ausgesetzt zu werden, ist es wichtig, sofort einen Arzt aufzusuchen, da möglicherweise Optionen zur Verfügung stehen, um Ihr Risiko, die STI zu bekommen, zu verringern. Wenn Sie beispielsweise mit HIV in Kontakt gekommen sind, kann Ihr Arzt Ihnen PEP (Post-Expositions-Prophylaxe) verschreiben, ein Medikament zur Vorbeugung von HIV nach einer möglichen Exposition. Ihr Arzt kann dann vorschlagen, zu einem späteren Zeitpunkt einen weiteren STI-Test durchzuführen.

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Während Kondome und Dental Dams bei richtiger Anwendung einen großen Beitrag zur Eindämmung der Ausbreitung von STIs leisten, sind sie nicht 100 % wirksam bei der Verhinderung der Übertragung aller STIs. Beispielsweise werden HPV und Herpes durch Hautkontakt übertragen und können durch Kontakt mit infizierter Haut übertragen werden, die nicht von der Schutzbarriere bedeckt ist. Natürlich bietet die Verwendung eines Kondoms oder Kofferdams immer noch einen größeren Schutz als ungeschützter Sex und verringert das Risiko, diese STIs zu übertragen. HPV-Impfungen und PrEP (Präexpositionsprophylaxe – ein Medikament für HIV-Risikopersonen) sind zwei weitere Präventionsmaßnahmen, die man gegen HPV bzw. HIV ergreifen kann.

Trotz der Verbreitung von STI-Tests zögern einige Menschen, solche Angelegenheiten mit ihrem regulären Gesundheitsdienstleister zu behandeln. Glücklicherweise gibt es an vielen Orten auf der Welt kostenlose oder kostengünstige Kliniken, die vertrauliche STI-Tests anbieten.

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